Terra Preta
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               Kompostbau, Terra Preta         

     Horst Wagner

 


 

  

 Projekt "Terra Preta"

  

 

Terra Preta ist die holzkohlehaltige schwarze Erde, die vor Jahrhunderten von den Indios im Amazonasgebiet angelegt wurde und bis heute hervorragende Ernteergebnisse ohne Kunstdünger erreicht. 

Durch den Eintrag von Holzkohle in landwirtschaftlich genutzte Böden lassen sich äußerst positive Auswirkungen auf die Bodenaktivität, Bodengesundheit und Ertragskapazität erzielen.

Dabei kommt die Holzkohle (Biokohle) nicht direkt in die Böden,  sondern wird schon vor der Kompostierung in das zu kompostierende Material eingearbeitet.

Die spezifische Oberfläche des Kompost wird dadurch mehr als verzehnfacht und die mikrobielle Aktivität wächst erheblich.

In entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen konnten folgende Vorteile für die Bodenkultur nachgewiesen werden:

 

  • Verbesserung des Wasserspeichervermögens, wodurch Einsparungen bei der   künstlichen  Bewässerung möglich werden.
  • Höhere Bodendurchlüftung und somit deutliche Reduktion der Methan- und Lachgasemission.
  • Deutlicher Zuwachs der Bodenbakterien, die in den Mikroporen der Kohle geschützten Lebensraum finden, wodurch die Nährstoffumsetzung für die Pflanzen gefördert werden.
  • Zunahme der Wurzelmykhorrizen für eine verbesserte  Mineralstoffaufnahme.
  • Adsorption toxischer Bodenmoleküle wie NOX, Cu, wodurch die Ausspülung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ins Grundwasser verhindert wird.
  • Bindung von Pestiziden, wie z.B. DDT.
  • Verbesserung der Kationen-Austausch-Kapazität für den Stoffhaushalt der Pflanzen.
  • Verstärkung der Stickstoff-Fixierung.
  •  pH-Ausgleich

 

 

                      Ithaka Journal 2008, St. Gallen, ISSN 1663-0521


 

Biokohle gehört zu den ältesten Bodenverbesserern in der Geschichte des Landbaus. Leider ging in Europa durch die Erfindung des Kunstdüngers viel Wissen um diesen Bodenverbesserer verloren. Erst seit wenigen Jahren gibt es wieder Versuche mit Biokohle an europäischen Instituten und Universitäten.

Hierbei haben Biokohle-Kompost-Mischungen in den letzten beiden Jahren erstaunliche Eigenschaften offenbart. Biokohle führt offenbar zu einer schnelleren Herausbildung von Symbiosen mit Bodenorganismen und damit zu einer besseren Nährstoffverfügbarkeit, was wiederum zu einem ausgeglichenen Pflanzenwachstum führt.

 

Wissenswertes                        

Anwendungen

In einem Gramm gesunden Boden leben rund eine Milliarde Mikroorganismen, wie Bakterien, Pilze, Protozoen und Nematoden. Diese Mikroorganismen leben in einer Nahrungskette mit den Pflanzen, die über ihre Wurzeln nicht nur Nährstoffe aufnehmen, sondern auch die Mikroorganismen mit Nährstoffen ver- sorgen.

Heute wird die Nährstoffbilanz der angebauten Pflanzen vielfach auf die Zugabe von Dünger, also N-P-K-Mg-Dünger reduziert. Doch die Düngung mit chemisch synthetisierten Materialien, wie Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Magnesium (Mg) führt zu Mangelernährung und in der Folge zu geschwächten Pflanzen, die gegen Umwelteinflüsse und Krankheiten nicht resistent sind. Diese Pflanzen müssen dann mit Medikamenten (Pestiziden) behandelt werden.

Unser Ansatz ist es, vorrangig für gesunde lebendige Böden zu sorgen, damit sich die Pflanzen aus eigener Kraft verteidigen können.

Deshalb stellen wir Grünkompost her, der mit Bodenverbesserern wie Holzkohle und Steinmehl gemischt wird. Bereits vor der Kompostierung werden die Bodenverbesserer in das zu kompostierende Material eingearbeitet. Dadurch erhöht sich die spezifische Oberfläche des Kompost um über das zehnfache und erhöht somit die mikrobielle Aktivität erheblich.

Holzkohle wirkt dabei wie ein Schwamm der Wasser und Nährstoffe speichert und bietet dabei Bodenorganismen in seinen Mikroporen geschützen Lebensraum.

Handelsübliche Substrate, Erden oder Kompost werden mit Mikrowellen bestrahlt um Beikrautsamen und Keime abzutöten. Dies tötet jedoch ebenso all die nützlichen Organismen und wird daher bei uns nicht angewandt. Krankheitskeime und die Masse der Beikrautsamen werden während der Heißrottephase abgetötet.

 

 

Für Zimmer-,  Balkon- und Kübel-pflanzen das Substrat 1:2 bis 1:5 mit Erde oder Sand mischen. 

Im Garten wird das Substrat auf die Beete aufgebracht und nicht einge-arbeitet, bzw. mit in das Pflanzloch gefüllt.

Die Menge richtet sich nach dem vor- handenen Boden und der geplanten Bepflanzung.

Empfehlungsmengen:

Schwachzehrer ca. 4 l / qm

Mittelzehrer ca. 6 l / qm

Starkzehrer ca. 8 l / qm

Bei guten Böden das Substrat nur in die Pflanzlöcher bzw. die Saatfurche füllen.

Dieses Substrat kann auch zur Her- stellung eines Kompostauszugs ver- wendet werden.

Dazu wird 1 l Substrat in 10 l Regen-wasser gelöst und 1 bis 2 Wochen stehen gelassen, dann im Verhältnis 1:10 verdünnen. Die Brühe dann zur raschen Nährstoffversorgung ver sprühen. Auch sie stärkt die Abwehr-kräfte der Pflanzen und vermindert den Krankheitsbefall.

Oder Sie optimieren damit der Rotte-prozeß in Ihrem Komposthaufen.

Dazu streuen Sie 3 l des Substrats auf den halb gefüllten Kompost- haufen, der Rest wird auf dem fertigen Haufen verteilt und mit 10 l Regenwasser gegossen. Noch besser wirkt Kräuterjauche oder Hefe-Zucker-Wasser  (siehe "Kompost").

 

Näheres siehe Packungsbeilage.

 


 

Ausblick

 

An einer weltweiten Klimaänderung, verursacht durch den immer wachsenden Energieverbrauch und den damit verbundenen CO2-Ausstoß, gibt es keine ernsthalften Zweifel mehr.

Eine Option zur Reduktion des atmosphärischen CO2-Gehalts ist die Einlagerung des Kohlenstoffs (Sequestrierung) in die Böden.

Der Einsatz von kohlestoffhaltigem Kompost (Terra Preta) in der Landwirtschaft ist eine Möglichkeit Kohlenstoff in sogenannten Karbonsenken auf viele Jahrhunderte zu binden (Klimafarming).

Weitere Informationen unter: www. ithaka-journal.net.

 


 

 Interessante Links:

 

www. wikipedia.de (Terra Preta)

www.planet-wissen.de

www.ithaka-journal.net

 www.buddel.de

www.derkleinegarten.de

www.das.gold.der.erde.de

http://abenteuerforschung.zdf.de

http://web.uni-marburg.de

 www.abtei-fulda.de

www.zeri-germany.de



wagner.mei01@yahoo.de