Meßergebnis

 

Bereits im Juni 2012 bekamen wir eine Anfrage von Prof. Dr. Ruppert, Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Nachhaltige Entwicklung an der Georg-August-Universität Göttingen nach Proben unserer Pflanzenkohleprodukte. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit zum Thema Biochar wollte Herr Lutz Winter diese Proben hinsichtlich ihrer Haupt und Nährelemente geochemisch untersuchen. Daraufhin haben wir 2 Proben zugeschickt, zum einen reine Pflanzenkohle und eine Pflanzenkohle-Grünkompost-Mischung (Aktivierte Pflanzenkohle).

Hier nun die Analyseergebnisse:

 

Ich danke der Uni Göttingen für die Überlassung der Meßergebnisse, auch wenn ich keine Ahnung habe, welche Auswirkungen die gefundenen Mengen an chemischen Elementen auf die Gesundheit der jeweiligen Pflanzen haben. Die wichtigste Erkenntnis:

Es wurden keinerlei Grenzwerte überschritten!

Die Pflanzengesundheit auf das Vorhandensein gewisser chemischer Elemente abzustellen ist sicher zu kurz gedacht!


 

An alle die Pflanzen für "schlichtes Osmosegedöns" halten, das nur so herumsteht und gefressen bzw. gegessen wird:

 

 Der Pflanzen-Neurologe

 

WELCHE WORTE soll ich wählen, um meine Forschung zu beschreiben?“ , fragt Stefano Mancuso. „Pflanzen-Kognition?
Darf ich nicht sagen. Verhalten? Darf ich nicht sagen. Aber ich kann doch keine neue Sprache erfinden, um die Intelligenz
von Pflanzen zu erforschen!“ Intelligenz?
Noch so ein verbotenes Wort. Stefano Mancuso erforscht die elektrochemische Signalübertragung in Pflanzen — und ist überzeugt: Wie Tiere reagieren auch Pflanzen auf Umweltreize nicht nur automatisch, sondern zielgerichtet und, ja: intelligent. Jetzt will er Hirnforschung und Botanik verbinden.
2005 hat Stefano Mancuso in Florenz sein „Labor für Pflanzen-Neurobiologie“ gegründet. Schon der Name versetzte Kollegen
in Rage. Denn Pflanzen haben ja gar keine Neuronen — jene Nervenzellen, die als Grundlage der Intelligenz höherer
Lebewesen gelten. Mancuso will belegen, dass sie trotzdem mit elektrischen Signalen Informationen verarbeiten. „Nur eben
ohne ein Gehirn“ , sagt der 47-jährige.
Dass Pflanzen dies zumindest gelegentlich tun, ist unstrittig. Schon 1873 beschrieb der Brite John Scott Burdon-Sandersen,
dass die Venusfliegenfalle ihre Blätter auf ein elektrisches Signal hin zuschnappen lässt. Doch irgendwann verlor die Wissenschaft das Interesse am grünen Strom: Pflanzen, so glaubte man, hätten ohnehin kaum Möglichkeiten, auf Reize zu reagieren. Sie können sich ja nicht fortbewegen. Signalübertragung sei daher: eher unwichtig. „Falsch gedachtl“ , sagt Mancuso. „Gerade weil Pflanzen ortsfest sind, müssen sie ihre Umgebung beobachten und auf Basis von Informationen entscheiden, wie sie reagieren.”
Beispiele für intelligentes Verhalten von Pflanzen sieht Mancuso zuhauf. Begeistert erzählt er von Gewächsen, die ihren Stoffwechsel umstellen, um Gift zu produzieren, wenn Schädlinge an ihnen knabbern. Pflanzen können ihr Wachstum nach der Schwerkraft ausrichten. Und sie suchen aktiv nach Nahrung, wenn sie Tausende Wurzelspitzen ausschwärmen lassen. Diese Spitzen sind auch der beste Ort, um der pflanzlichen Datenverarbeitung auf die Spur zu kommen:
In wenigen Hundert Zellen treten regelmäßig elektrische Signale auf, oft sogar im Zellverband synchronisiert: ein Hinweis auf ein Netzwerk dezentraler Informationsverarbeitung? Gut 20 Umweltparameter, sagt Mancuso, müssten voranwachsende Wurzelspitzen kontuinierlich beachten: Locken Stickstoff oder Kalium? Wie feucht ist der Boden? Stimmt die emperatur? Drohen Schwermetalle? „Wie soll die Wurzel all das berücksichtigen“ , fragt der Forscher, „wenn sie keine Met
hode hat, die Daten zusammenzuführen und auszuwerten?“ Alle Wurzelspitzen gemeinsam, vermutet Mancuso, bildeten ein Netzwerk — einen Schwarm, dessen Entscheidungen in ihrer Gesamtheit das Wohl des ganzen Organismus verfolgten.
„Ich glaube, dass Pflanzen ein Beispiel für intelligente Lebewesen sind, die ohne zentrale Steuereinheit auskommen.


DAS INTERESSE AN PFLANZEN entwickelt Mancuso schon als Schüler. Ihn fesseln die Expeditionsberichte der großen
Welterforscher; erstaunt stellt er fest, wie viele von ihnen Botaniker waren. Seine zweite Leidenschaft gilt elektrischen Gerä-
ten; in seiner Freizeit bastelt er an Stromkreisen. Beim Studium will er die Interessen verbinden — im Fach Elektrophysiologie.
Er macht schnell Karriere: Mit 35 Iahren wird er Professor in Florenz, Fachgebiet: Umweltforschung. Kurz zuvor hat er jenes
Schlüsselerlebnis, das seinen Blick auf die Pflanzen für immer verändert: Eine Schule bittet Mancuso, einen Vortrag zu halten.
Er will einen Zeitrafferfilm mitbringen — eine Bohne, die wächst und nach Halt sucht. Übers Wochenende stellt er ein
Gewächs zwischen Rankhilfen, schaltet eine Kamera ein. Was er dann auf den Zeitrafferaufnahmen sieht, lässt ihm bis heute
keine Ruhe: Die Bewegung der Pflanze scheint sich auf die Rankhilfen zu fokussieren — sie kreiselt nicht nur, wie Mancuso es erwartet hätte, sondern reckt sich geradezu nach dem Halt. „Es ist für mich unmöglich“ , sagt Mancuso, „hier etwas anderes als Intentionalit
ät zu erkennen.“ Intentionalität — absichtsvolles Handeln, wieder so ein verbotenes Wort. Es sei typisch für diese „Pflanzen-Neurobiologen“ ‚ wettern Mancusos Kritiker, dass sie Begriffe aus anderen Fächern aufgreifen, um fragwürdige Schlüsse zu ziehen. Auch wenn es noch so staunenswert sei, wie komplex Pflanzen konstruiert sind — auf Dauer rücke doch die Botanik ins Zwielicht,
wenn Leute wie Mancuso allen Ernstes Ähnlichkeiten zwischen Pflanze und Tier behaupten. Sie sollten endlich Ruhe geben.
Ruhe? Davon sind Mancuso und Kollegen weit entfernt. Sie haben sogar eine eigene Fachzeitschrift gegründet. Und an Ideen für weitere Grenzgänge mangelt es nicht: Mancuso träumt von der Entwicklung eines „Plantoiden“ — eines Roboters, der von den Fähigkeiten der Pflanzen inspiriert ist. Auf der Raumstation ISS hat er das Wurzelwachstum in Schwerelosigkeit erforscht. Und nun untersucht er, wie Pflanzen auf akustische Reize reagieren — etwa jene leisen Klick-Geräusche, die ihr Wurzelgeflecht beim Vordringen ins Erdreich erzeugt. Wer weiß, vielleicht kommunizieren die unterirdischen Spitzen ja so über ihr weiteres Wachstum. Clever, oder?

 GEO 5/2013


 

 

Die Verteidigungsstrategie des Kojotentabaks (Nicotiona attenuata)

 

Auf der Oberfläche des Tabakblattes sitzen Drüsenhaare die einen Zuckercocktail enthalten, den die Raupen des Tabakschwärmers mit Vorliebe verspeisen. Unter Einfluß des Speichels, den die Raupen beim Fressen absondern, verwandeln sich Substanzen aus den Tabakblättern schlagartig in Locksignale für Raubwanzen der Gattung Geocoris. Diese riechen die floralen Alarmstoffe und orten so ihre Beute. Auf den Pflanzen saugen sie nicht nur die Raupe aus, sondern vertilgen auch die meist auf den Blattunterseiten abgelegten Eier des Tabakschwärmers.

Der Kojotentabak hat noch ein weiteres Verteidigungssystem entwickelt: Binnen weniger Stunden hat er ein Nervengift zusammengebraut und es in seine Blätter geschickt. Es ist Nikotin. Der bittere Geschmack des Nikotins warnt die Fressfeinde vor weiterem Verzehr der Blätter und sie ziehen weiter.

Wissenschaftler in Jena haben festghestellt das der Kojotentabak auf kleine wiederholte Bisse, wie sie typisch für Mundwerkzeuge von Insekten sind, reagieren. Hinzu kommt die Wirkung der in die Wunde triefenden Insektenspeichels.

Als erste Antwort setzt der Tabak an der Wunde Jasmonsäure frei - ein "Verwundungshormon". Über den Stängel gelangt es zu den Wurzeln und signalisiert, dass der Ernstfall eingetreten ist. Start frei für die Nikotinproduktion. Die entsprechenden Gene werden aktiviert, die Wurzelzellen synthetisieren Nikotin und das Gift strömt in die Blätter.

 

Nachzulesen in der Zeitschrift GEO 12/2012: Das Gift Grün

 


 

 

Heimliche Helfer - Pilze


Pilze durchziehen mit einem hauchfeinen Geflecht die Erde und liefern Pflanzen lebenswichtige Nährstoffe im Tausch gegen Zucker.


Wurzeln dienen den Pflanzen nicht nur dazu, sich im Boden zu verankern und dem Wind zu trotzen – sie sind vor allem Lebensadern. Den mit ihrer Hilfe saugen Bäume, Sträucher, Büsche und Blumen Wasser sowie Nährstoffe aus dem Erdreich heraus.

Durch die filigrane Verästelung entsteht eine große Oberfläche, über die lebenswichtige Substanzen – etwa stickstoffhaltige Salze – aus dem Boden in die Wurzel gelangen. Und doch reicht den weitaus meisten Landpflanzen ihr fein verzweigtes Geflecht allein nicht aus, um zu überleben.

Fast überall, wo etwas Grünes gedeiht ist der Boden von Pilzen durchzogen. Sie bilden ein Netz aus hauchzarten Fäden, die oft nur wenige Tausendstel Millimeter dünn sind. Diese Pilzfäden umschlingen die Wurzeln der Pflanzen, dringen zum Teil in sie ein, wachsen gleichsam mit ihnen zusammen – und leiten Flüssigkeit und Nährsalze an die Gewächse weiter. Biologen nennen sie Mykorrhiza.

Es sind vor allem zwei Eigenschaften, die es den Pilzen ermöglichen, Wasser und Mineralstoffe extrem effizient aufzunehmen und der Pflanze zur Verfügung zu stellen:

Zum einen sind ihre Fäden viel feiner als die pflanzlichen Wurzelhärchen, sie durchziehen den Boden also weitaus gründlicher; und da sie es in ihrer Gesamtheit auf beachtliche Längen bringen (Forscher fanden etwa am einem Zentimeter Wurzel bis zu 80 Meter Pilzfäden), erweitern sie gewissermaßen die Oberfläche der Wurzeln um ein Vielfaches.

Zum anderen Können Pilze Phosphor aus dem Boden lösen, der dort chemisch gebunden ist und für die Pflanzen sonst nicht zugänglich wäre.

Weil Pilze nicht zur Photosynthese fähig sind, müssen sie sich diese wertvollen Kohlenhydrate anderswo beschaffen. Eine solche Möglichkeit ist die Symbiose mit den Pflanzen. Die Pilze erhalten also Zucker von den grünen Partnern und versorgen sie dafür im Gegenzug mit Substanzen aus dem Boden....

Nachzulesen in GEO kompakt Nr. 38, Das Geheime Leben der Pflanzen. Text von Patrick Blume

 

 


terra anima - Die Kompostprofis | h.wagner@pflanzenkohle.info