Kompostversuche

 

 

"Schnellkompost"

 Ergebnisse des Testes  mit "Impfstoffen"


Grundlegend ist zu sagen, alles was hier beschrieben wird, funktioniert. Seit ich dem Kompost außerdem noch biologisch aktivierte Pflanzenkohle zusetze, macht es richtig Spass dem Kompost beim Arbeiten zuzuschauen.


 Folgende "Impfstoffe" zur Schnellkompostgewinnung habe ich seit dem  Sommer 2009 getestet:

 "Humofix".

 "Humofix" ist ein Pulver aus 5 Heilkräutern, Eichenrinde, Milchpulver und Honig hergestellt von der Abtei Fulda.

 Kräuterjauche.

Dazu habe ich im Frühjahr die ersten Brennnesselpflanzen und Löwenzahnblätter in einem bestimmten Mengenverhältnis zur Kräuterjauche werden lassen. Über den Sommer habe ich noch weitere Kräutlein zugegeben.

 Hefe-Zucker-Wasser Mischung.

Spezielle Backhefe und Zucker mit Wasser aufgiesen. Rühren bis sich alles aufgelöst hat und über den fertig aufgesetzten Komposthaufen giesen.

 Handelsüblicher Schnellkomposter

Wichtig für des Gelingen ist alter Kompost vom Vorjahr, der in kleinen Mengen beim Aufbau der Komposthaufens eingebracht wird.

Darauf kommt dann die Kräuterjauche bzw. die Hefelösung. 

Nach heutigem Stand der Auswertung ist folgendes festzustellen:

Alle 4 Impfmethoden bewirken einen schnellen Start des Rotteprozesses mit Temperaturen während der Heißrotte von  über 50°C,  zum Teil bis 67°C.

Die Impfung mit verdünnter Kräuterjauche ist absolut zuverlässig und von allen Methoden die preiswerteste.

Temperaturen über 60°C erreicht man zuverlässig und schnell mit der Hefe-Zucker-Lösung, Spitzenwert 67°C.

Aber auch "Humofix" brachte Temperaturen über 60°C.

Am preisintensivsten war die Impfung mit Schnellkomposter, wobei maximal 54°C erreicht wurden.

   


 

Test

Kompostieren von Laub

19.11.2009


Ich habe das Laub von der Streuobstwiese in eine Kompostbox gefüllt und dann mit einer Mischung aus 3 Liter Regenwasser und 250 ml Milch (3,5%) übergossen.

Den Haufen habe ich mit einer sehr feinen Schicht Kompost abgedeckt. Zur Kontrolle habe ich noch eine Box mit Laub gefüllt und nur mit Wasser gegossen.

Die Temperatur in der ersten Box mit Milch stieg am 2. Tag auf 36°C, am 3. und 4. Tag auf 40°C und klang dann langsam ab.

In der Kontrollbox stieg die Temperatur am 2. Tag auf 16 °C, am 3. Tag auf 20°C, am 4. Tag auf 23 °C und ging dann langsam zurück.


Es hat tatsächlich funktioniert!

 

Am 23. Mai 2010 habe ich den Inhalt beider Kompostboxen umgesetzt und folgendes beobachtet:

Das mit "Milchwasser" übergossene Laub ist sehr gut verrottet, es ist keine Blattstruktur mehr erkennbar. Im neutral riechenden Kompost sind sehr viele Würmer. Das Ergebnis ist absolut zufriedenstellend.

Das Laub im Randbereich der Kontollbox ist trocken und nicht verrottet, die Deckschicht bewachsen. Der Kernbereich und die unteren Schichten sind naß und moderig mit wenigen Würmern. Die Blattstruktur ist weitestgehend noch erkennbar. Insgesamt ist das Ergebnis sehr unbefriedigend.

Den Inhalt beider Boxen habe ich gemischt und zur Nachrotte angesetzt.


Den Test mit Laub und "Milchwasser" werden wir im Herbst wiederholen.

 Der Test ist neu angesetzt, s. unten.

 

 

Versuche 2010 

Konventioneller Aufbau

 

 

Seit Anfang Mai befülle ich alle frei werdenden Kompostboxen mit dem zu kompostierenden Materialien, wie Rasenschnitt, Heckenschnitt, Beetabraum oder gehäckseltem Baumschnitt.

Jedoch nicht wie im letzten Jahr in einem Zug, sondern über einen Zeitraum von 8 bis 10 Wochen. Zwischen die einzelnen Schichten streue ich ca. 5 l Holzkohlestaub und etwas Kompost. Dieser, von mir als B 10 bezeichneter Kompost, setzt sich zusammen aus den zu großen Kompostteilen die beim Sieben übrig geblieben sind und dem Inhalt der Boxen die nicht mit Holzkohle gemischt wurden. Auf 20 bis 30 cm Füllhöhe kommt eine Gabel B 10.

Am 31.07.2010 kam dann in die ersten 6 von 18 Boxen die abschließende Füllung (ca. 10 bis 20 cm dick) und darüber eine dünne, aber geschlossenen Schicht B 10. Zum "Starten" verwende ich meine Kräuterjauche und zwar 2 - 3 Liter gleichmäßig verteilt auf die oberste Schicht B 10. Anschließend stoße ich mit einer Holzstange (s. Bild) 2 Löcher senkrecht von oben, ca. 80 cm tief in den Haufen (Füllhöhe 100 cm) und giese jeweils ca. 1 - 2 Liter Kräuterjauche hinein. Die Löcher werden dann wieder verschlossen.

Am folgenden Tag habe ich in 13 cm Tiefe Temperaturen zwischen 53°C und 68°C gemessen. In ca. 50 cm Tiefe lagen die Temperaturen um 45°C.

Nach einer Woche sind die Haufen um 25 bis 30 cm niedriger und die Temperatur liegt zwischen 39°C und 46°C.

Beim Vergleich des Temperaturverlaufes erkennt man deutliche Parallelen zu den Schnellkompostversuchen.

Das "Starten" funktioniert ganz offensichtlich bei beiden Methoden sicher.

 

 

 

 

 


Kompostieren von Laub "Teil 2"

 

 Wir haben heute (09.11.2010) eine Box mit Laub gefüllt und mit "Milchwasser" behandelt. Der Aufbau entspricht dem vom vergangenen Jahr. Zum Vergleich haben wir eine zweite Box mit Laub auf die übliche Weise mit Kräuterjauche angesetzt.

 

Box 9 fotografiert am 14.11.2010, Füllstand von 100 auf ca 70cm gesunken.

 

 

Referenzbox Nr. 35, am 12.10. gefüllt (FS 100) und mit K-J gestartet, aufgenommen am 14.11.2010

Frühjahr 2011

17.04.2011 

 

 

Oben Box 9 und unten Box 35 am 17.04.2011: Ich habe die obere Deckschicht entfernt und man erkennt die deutlich bessere Rotte in Box 9. Im Gegensatz zu Box 35 ist hier keine Blattstruktur erkennbar (außer im Randbereich). Das Milchwasser hat also offensichtlich einen optimaleren Rotteverlauf zur Folge!

 

 


 

Ernte 2010

Erste Ernte im Frühsommer 2010

 


 

 2011

 

Dieses Jahr habe ich alle Kompostboxen über einen Zeitraum von mehreren Wochen befüllt, dann mit einer dünnen Kompostschicht abgedeckt und wie beschrieben mit Kräuterjauche gestartet.

Nach ca. 3 Monaten habe ich sie nicht wie bisher in eine andere Box umgesetzt, sondern alle auf einen Haufen im Garten gekippt. Dadurch wird der Kompost schon in diesem Arbeitsschritt gemischt und "homogenisiert". Nun reift er bis ins Frühjahr.

 



 

 

terra anima - Die Kompostprofis | h.wagner@pflanzenkohle.info